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Die Aboriginals und „The big Sorry“
Wenn man einige Tage in Sydney an einem der vielen Strände verbringt, sieht man oft, dass kleine Sportflugzeuge irgendetwas in den Himmel schreiben. Da er meistens wolkenlos und tiefblau ist, bietet er die ideale Zeichenfläche für solche Aktionen, was Firmen oft zu Werbezwecken nutzen. Am Australia Day 2008 beobachteten wir, wie das Wort “SORRY“ mindestens dreimal in den Himmel geschrieben wurde. Wir schauten zu und rätselten darüber, welcher wohlhabende Australier wohl einen solchen Aufwand betreiben würde, um sich bei seiner Freundin für seine Missetaten zu entschuldigen. Da es sicher ziemlich teuer und nur von kurzer Lebensdauer war, dachten wir noch, es wäre vielleicht noch wirkungsvoller und schöner gewesen, über dem Haus der Geliebten Rosen abzuwerfen, wie wir es in einem Film gesehen hatten. Später stellten wir fest, dass selbst die australische Öffentlichkeit rätselte, wer, was damit gemeint hatte. Entsprechende Reaktionen entnahmen wir auch den Zeitungen.
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es mit dem „BIG SORRY“ der Regierung an die australischen Ureinwohner zu tun hatte. Viele Australier sind stolz, dass endlich ausgesprochen wurde, was längst fällig war und bisherige Regierungen verweigert hatten. Nicht jedem Außenstehenden fällt es leicht, dies nachzuempfinden. Doch wenn man die Tränen in den Augen der Leute sieht und sich damit auseinandersetzt, was diesen Menschen während der Kolonialisierung des Landes angetan wurde, gibt es einem doch zu denken.
Mittlerweile wird immer öfter von den „Indigenous People“ (Eingeborene) anstatt von Aboriginals oder kurz Abo’s gesprochen. Diese Bezeichnung, speziell Abo, ist für die australischen Eingeborenen abwertend.
Seit Jahrzehnten versucht der australische Staat, die Ureinwohner nach westlichen Vorstellungen und Standards zu zivilisieren. Diese verzweifelten und zugleich aussichtslosen Bemühungen waren erfolglos und führten teilweise zur Entwurzelung dieser Bevölkerungsgruppe.
Wer sich mit den australischen Ureinwohner beschäftigt, weiß, dass sie seit 40.000 Jahren in völligem Einklang mit ihrem Land und der Natur leben. Sie brauchen weder Häuser noch andere Segnungen der Zivilisation, da sie auf ihren Walkabouts alles Notwendige zum Leben in der Natur finden. Ich glaube, dass die Australier mit dieser Bevölkerungsgruppe das Urwissen der Menschheit und somit einen Schatz in der Hand halten, den keine andere westliche Zivilisation besitzt.
Dies gilt es jetzt zu erkennen. “Sorry” zu sagen, kann deshalb nur der erste Schritt sein. Jetzt ist es wichtig, dieser Bevölkerungsgruppe mit Respekt und Anerkennung zu begegnen sowie ihnen Verständnis für ihre Lebensweise entgegenzubringen.
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